#13 – Einen Schrank mit Pocket-Holes selber bauen

Nachdem ich mir sehr lange Gedanken über meine aktuellen Raum- und Platzsituation im Kellerraum gemacht habe, stand fest, dass etwas her muss, das mehr Stauraum für Haushalts-Material schafft, zeitgleich musste damit aber auch anderer Platz für das Werkzeug entstehen.

So keimte über den Jahreswechsel die Idee für einen Werkzeugschrank in meinem Kopf, wie ihn viele von euch auch bei sich stehen haben. Es sollten einige Systainer und zahlreiches Kleinzeug darin, zwei größere Maschinen aber auch darauf Platz finden. Damit sich auch andere von meiner Idee inspirieren lassen können, hier ein Plan, der kurz vor der Umsetzung Stand der Dinge war.

Grobe Planung vom Werkzeugschrank
Grobe Planung vom Werkzeugschrank

Eine kleine Änderung gab es aber dennoch. Zum Ende hin zeigte es sich als sinnvoller an, das linke, 15cm schmale Regal nicht nach vorne, sondern stattdessen zur Seite zu öffnen. Wer mit dieser Beschreibung noch nichts anfangen kann, scrollt einfach mal weiter runter zur fertigen Version.

Unterstützungen

Dieses Projekt wurde gleich von zwei Firmen unterstützt. Das Holzland Dorsemagen aus Kleve hat mich mit dem nötigen Material unterstützt und mir dieses zusätzlich direkt nach Plan zugeschnitten.

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An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, wie akkurat der Zuschnitt vom Material ist. Alles passte sehr exakt so wie geplant. Montags in Auftrag gegeben waren die Platten bereits am Dienstagmorgen fertig zugeschnitten und abholbereit.

Zusätzlich zum Holzland Dorsemagen hat mich die Firma Kreg Tools unterstützt, die unter anderem Bohrhilfen für Taschenloch-Bohrungen oder auch für Löcher im 32 mm System anbieten.

Beide Unterstützungen haben absolut nichts mit meiner Meinung über die Leistung oder die Qualität der waren zu tun. Ich bewerte die Produkte ehrlich, damit ihr einen Mehrwert für euch daraus ziehen könnt. Auch Geld bekomme ich für diese Testberichte keines. Mir geht es ganz alleine darum euch gute Produkte, Händler oder andere Dinge empfehlen zu können, weil es viele schwarze Schafe auf dem Markt gibt, die Werkzeuge anpreisen, die nichts taugen, aber den Markt damit überschwemmen. Ich möchte, dass ihr fundierte Entscheidungen auf Basis echter Erfahrungen treten könnt.

 Umsetzung

Umgesetzt habe ich das Projekt, wie alle meine bisherigen Projekte, in meiner kleinen Kellerwerkstatt. Mit der klitze-kleinen Schwierigkeit, dass der ganze Keller auf dem Kopf stand, weil ich umräumen musste, damit der neue Schrank Platz findet.

Ich war froh über die Unterstützung durch meinen Vater bei diesem Projekt, gerade weil die schweren MPX (Mutliplex) Platten zu zweit einfach besser zu montieren waren als alleine, aber auch, weil es zu zweit einfach geselliger ist.

Der Sockel

Zuerst habe ich morgens, noch bevor mein Vater eintraf, den Boden mit einem Sockel aus Kanthölzern vorbereitet…

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… und im Anschluss die Positionen der Zwischenwände angezeichnet.

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Dabei waren der Pica Bleistift, ein Stahlmaß sowie der Multifunktionswinkel von Rolson. wie so oft meine liebsten Helfer.

Pocket Holes

Das Bohren der Pocket Holes war mit dem Kreg Jig K4 Master System eine reine Freude. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, die Verwendung sehr einfach und dank der Absaugung klappt das Bohren der Löcher fast ganz ohne Holz-Späne und Dreck.

Dank der Spannzange am Kreg Jig K4 konnten sowohl schmalere Bretter (150 x 950 mm), als auch breite Platten (480×950 mm) eingespannt und bequem gebohrt werden. Insgesamt waren sechs schmale Bretter und vier Platten oben und unten mit Pocket Holes zu versehen. Alle Bretter waren in unter einer Dreiviertelstunde fertig vorbereitet.

Auch die Idee, einen Absang-Stutzen an das System ‚anklicken‘ zu können, ist genial. Ganz ohne Dreck die Löcher zu Bohren war für mich bisher kaum vorstellbar. Leider! passt die original Festool Absaugmuffe nicht auf den Stutzen von Kreg. Da muss ich mir mal einen Adapter für suchen. Solltet ihr bereits einen passenden Adapter im Internet gefunden haben würde ich mich über einen Kommentar mit einem Link freuen!

Lochreihen für Regalbodenträger

Um ein möglichst zukunftssicheres ‚Möbel‘ für meine Werkstatt zu bauen, sind die Regalböden nicht verschraubt, sondern liegen auf 5mm Regalbodenträgern von Hettich. Insgesamt mussten zwei schmalere Bretter und vier Platten, teilweise doppelseitig, mit Lochreihen vorbereitet werden.

Perfekt, dass ganz zufällig erst vor kurzem das Kreg Shelf Pin Jig bei mir eintraf. Genau wie viele andere Bohrhilfen für Lochreihen setzt das System auf 32mm Abstände und für (unter anderem?) den deutschen Markt auf 5mm Bohrungen.

Um sicher zu gehen, dass alle Reihen an der gleichen Stelle beginnen, haben wir vorher auf einer Seite des Werkstücks markiert, dass dies die Oberseite sein wird und dort eine Leiste im rechten Winkel zur Seitenkante aufgespannt. Das hat gut funktioniert. Mit dem seitlichen Anschlag der Bohrhilfe klappte der rest fast wie von alleine.

Nach dem Bohren der Lochreihen haben wir mich alle mit einem Senkbohrer von Wolfcraft ‚entgratet‘, damit die Träger-Stift gut rein gingen.

Montage

Das Montieren der einzelnen Komponente habe ich leider nur sehr sporadisch dokumentiert.

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Ich kann euch nur sagen, dass ich vor Freude hätte Luftsprünge machen können, da das Verschrauben im Pocket Hole System von Kreg einfach super geklappt hat. Die Schrauben haben immer gepackt, der Bit ist zu Beginn nie, zum Ende etwas öfter, aus der Schraube gesprungen und alles war nach den ersten zwei Schrauben schon sehr fest.

Das Ergebnis

In meinen Augen, kann sich das Ergebnis unserer Arbeit durchaus sehen lassen. Es gibt sicherlich Optimierungsbedarf, nicht zuletzt, da ich bei der Berechnung der Höhe den Sockel nicht berücksichtigt hatte. Das Resultat ist nun ein Schrank, dessen Oberkante bei knapp 103 cm liegt.

Dank meiner Körpergröße ist das aber noch durchaus auszuhalten und gerade bei der Arbeit an der Bandsäge kann ich mir nun den gekrümmten Rücken sparen.

Front-Ansicht

Von Vorne bietet der Schrank nun Platz für (aktuell) sieben Systainer, eine ‚Krempel-Kiste‘, meinen Metabo SXE 125 Exzenterschliefer (Nachfolger SXE 3125) und meinen Bosch Professional GBH 2-26.   Außerdem haben ein paar Schrauben und Nägel oben rechts Platz gefunden.

Ihr seht schon, zu meiner RecordPower Bandsäge (BS9) hat sich eine Bohrmaschine dazugesellt. Es handelt sich dabei um die RecordPower DP25B vom Maschinenhandel Meyer. Einen Detailbericht dazu bekommt ihr bald hier auf meinem Blog.

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Seiten-Ansicht

Seitlich findet nun jeglicher Kleinkram einen geeigneten Platz, der sonst oft im Weg rumsteht und unnötig Platz verschwendet, den man besser nutzen könnte. An der Seite stören die Kleinigkeiten nicht, sind aber dennoch schnell griffbereit.

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Im Anschluss an den Aufbau und das Einräumen vom Schrank folgte noch ein Umräumen im Kellerraum, um nun den geplanten Platzgewinn zu realisieren. Außerdem wurde die Beleuchtung etwas umgestellt. Davon folgen in den nächsten Tagen noch Bilder auf meinem Instagram Profil.

Ich hoffe ihr habt morgen einen schönen Sonntag,

Daniel vom Holzbock.Blog 🙂

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